VERBRENNT MICH!

oder „... dass ich mich bei allem für das Gelächter entschieden habe“

eine szenisch-musikalische Hommage an OSKAR MARIA GRAF von und mit ANTON PRESTELE

 

Der Münchner Komponist, Regisseur und Solodarsteller Anton Prestele spannt in seinem Programm einen szenisch-musikalischen Bogen mit autobiographischen Texten Grafs von dessen Anfängen bis zu seinem unausweichlichen Gang ins Exil. Nachspüren kann man in diesen Texten den aufkeimenden Faschismus in Deutschland und - vor allem in den Kriegserlebnissen Grafs - dessen vehementen und immer mutiger geführter Protestkampf. Trotz der konfrontativen und spannungsgeladenen Atmosphäre entbehrt der Soloabend aber keineswegs komödiantische und heitere Passagen eines dickköpfigen und lebensbejahenden Oskar Maria Graf, den Anton Prestele in seiner Darstellungsweise, die weit über einen üblichen Leseabend hinausgeht, regelrecht zu „verkörpern“ sucht.

 

OSKAR MARIA GRAF

wird am 22. Juli 1894 als neuntes von elf Kindern in Berg am Starnberger See geboren. Mit 17 Jahren entflieht er dem gewaltigen Regiment des ältesten Bruders nach München, schlägt sich als Gelegenheitsarbeiter durch und findet Anschluss in Schwabinger Bohème-Kreisen. 1918/19 erlebt er in München Revolution und Räterepublik. Mit „Wir sind Gefangene“ gelingt ihm 1927 der literarische Durchbruch. 1933 emigriert er nach Wien, wo er seinen berühmten Prostest „Verbrennt mich“ gegen Hitler-Deutschland veröffentlicht. 1934 emigriert Graf nach Brünn, im gleichen Jahr wird er aus dem deutschen Reich ausgebürgert. 1938 flieht er über Holland in die USA, New York. Von dort aus engagiert er sich für die Rettung und Unterstützung von Emigranten aus Deutschland und dem besetzten Europa. Als amerikanischer Staatsbürger unternimmt er 1958 die erste Europareise. Graf stirbt am 26. Juni 1967 in New York.

Zu seinen wichtigsten Werke zählen:

„Wir sind Gefangene“, „Gelächter von außen“, „Das Leben meiner Mutter“, „Kalendergeschichten“, „Anton Sittinger“, „Bollwieser“, „Unruhe um einen Friedfertigen.

 

ANTON PRESTELE

geboren 1949 im bayerischen Schrobenhausen, lebt als freischaffender Komponist, Dirigent, Regisseur und Interpret musikalisch-literarischer Soloprogramme in München.

Bekannt geworden ist Prestele mit seiner Wirtshausoper Heimatlos (Frankfurter Allgemeine Zeitung: „In nicht wenigen Momenten wirklich Neue Musik“), die nach der Uraufführung beim steirischen herbst ´85 in Graz an mehr als 40 Bühnen im gesamten deutschsprachigen Raum nachgespielt wurde. Weitere Musiktheaterproduktionen und szenische Konzerte wie Sintflut, nach Herbert Achternbusch, ich aber / aus dem dreck herr / schreie ich zu Dir, nach Gedichten von Norbert C. Kaser, Carmencita, nach Prosper Merimée, EXIL, nach Texten von Oskar Maria Graf, Sie bitt´ schön, wo brennt´s denn?, nach Szenen von Karl Valentin, sowie zuletzt die Zirkusoper Circulus Vitiosus nach Texten von N.C. Kaser folgten. Daneben machte sich Anton Prestele mit eigenwilligen szenisch-musikalischen Soloabenden von Friedrich Nietzsche bis Hans Magnus Enzensberger, sowie einer Ein-Mann-Sprechoper nach Texten von Norbert C. Kaser einen Namen. Im Herbst 2001 erhielt er zusammen mit dem Medienkünstler Uwe Buchter den Digital Content Award des Landes Baden-Württemberg für seine Interpretation der Dionysos-Dithyramben von Friedrich Nietzsche.

 

Pressestimmen

„Furioses Solotheater. Virtuos und ausdrucksstark gibt er seinem Textvortrag eine mitreißende Dynamik und Dramatik, streut kurze musikalische Untermalungen ein und agiert mit einer fast unheimlichen zenischen Präsenz.“ (Donaukurier Ingolstadt)

„Prestele packt jeden Laut an seiner sinnlichen Dimension. Wie der Dirigent sein Orchester treibt er die Dynamik der Sprache voran.“ (Prinz Stuttgart)

„Fulminant, eruptiv, unwiderstehlich... Sein Oskar-Maria-Graf-Abend ist zunächst nichts anderes als eine szenische Lesung auf hohem Niveau. Zum Ereignis aber gerät der Abend, wenn Prestele sich ablöst von den Ritualen der  Literaturlesung, wenn er in bajuwarischer Stimmungsmache explodiert, wenn er sparsam, aber wohlbedacht musikalische Akzente setzt: Ein Trommeln auf dem Tisch, ein imitiertes Posaunensolo, ein Schrei, der sich zum Lachen verkrampft – das sind Schlüsselmomente in einer Partitur, die sich nur vordergründig ganz auf die Sprache verlässt.“ (Esslinger Zeitung)

„Ein Interpret, der fasziniert. ...Prestele magnetisiert die Worte,... großartig!“ (Süddeutsche Zeitung)

 

4. November 2011

Beginn 20h

 


 
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