Ivo Barnabò Micheli Filmfestival

 

Vom 1. bis 4. Oktober 2015 veranstaltet das Stadttheater Bruneck eine Retrospektive des Filmregisseurs und Dokumentarfilmers Ivo Barnabò Micheli, dessen Tod sich in diesem Jahr zum zehnten Mal jährt.

Ivo Barnabò Micheli (1942-2005) war der erste Filmemacher aus Bruneck und einer der wenigen Regisseure Südtirols, die in Italien und im deutschsprachigen Ausland arbeiteten. In den Jahren von 1968 bis 2001 realisierte Micheli rund 30 dokumentarisch angelegte Produktionen für die staatlichen TV-Programme der RAI, den Kölner WDR und den Sender Bozen. Mehrere von Michelis Filmen wurden auf den Festivals von Venedig und Berlin gezeigt; mit seinem Film über Pier Paolo Pasolini, für den er engste Weggefährten des Ermordeten interviewte, gewann er Mitte der 1980er Jahre das Dokumentarfilmfestival von Bilbao und wurde in Deutschland mit einem Adolf-Grimme-Preis in Silber ausgezeichnet. Micheli, der viele Jahre in Rom arbeitete, war in den späten 1960er Jahren für junge Brunecker Kulturinteressierte wie den späteren Filmproduzenten Karl Baumgartner und den früh verstorbenen (1984 von Micheli porträtierten) Schriftsteller Norbert C. Kaser ein Brückenbauer zur europäischen Kulturszene.

Anlässlich des 10. Todestages von Ivo B. Micheli wird das Stadttheater Bruneck Leben und Werk des in Südtirol weitgehend unbekannten Regisseurs ins engere Blickfeld rücken. Im Rahmen der Vorbereitungen zur Ivo B. Micheli Filmretrospektive wurde auch der umfangreiche Film- und Plakatnachlass Michelis, der sich teils in Familienbesitz, teils in Archiven befindet, für eine umfassende Werkübersicht bearbeitet. Sie erscheint im Folio Verlag mit zusätzlichen Beiträgen von Mario Adorf, Wilfried Reichart sowie den Herausgebern Joachim Gatterer und Jessica Micheli.

 

Veranstalter / Organizzatore: Stadttheater Bruneck

Kooperationspartner / Partners: Stadtbibliothek Bruneck, RIPA-Museum Schloss Bruneck, Folio-Verlag Wien/Bozen, Weinkeller Mair

Moderation / Moderazione: Petra Rohregger

Kurator / Curatori: Joachim Gatterer, Jessica Alexandra Micheli

 

 

Das Veranstaltungsprogramm:

 

Donnerstag, 1. Oktober 2015

Pustertaler Filmgeschichten | Filmati pusteresi

 

 

18:00 Uhr

Offizielle Veranstaltungseröffnung

18:15 Uhr

Filmvorführung: es 22 - favola in quattro tempi. Cortometraggio. Una ragazza fa fatica a scegliere suo ragazzo fra due corteggiatori.

1966/67: Produttore: Pepi Werth; attori: Karl Baumgartner, Sandra D'Olif, Ivo Barnabò Micheli; b/n e colori; 14 min; italiano

 

18:30 Uhr

Filmvorführung: Ivo Barnabò Micheli. Una Reise. Filmporträt Ivo Barnabò Michelis. In Interviews mit Verwandten, Jugendfreunden und langjährigen Berufskollegen aus Köln und Rom werden Leben und Werk Michelis nachgezeichnet.

2012: Regie: Astrid Kofler; Farbe; 53 Min.; deutsch

 

19:30 Uhr

Gesprächsrunde mit Sandra D'Olif-Baumgartner (Darstellerin im Film "es 22"), Rudy Kaneider (Co-Regisseur des Films "Grenzen"), Joachim Gatterer und Jessica Micheli (Veranstaltungskuratoren)

 

20:30 Uhr

Filmvorführung: Grenzen. Der Episodenfilm in 12 Teilen bringt Vergessenes und Verdrängtes aus der lokalen Geschichte ans Licht: Schmugglererlebnisse aus dem Ahrntal, den Exodus jüdischer Emigranten über den Krimmler Tauern, das Leben des Indianers Erwin Plaickner, die Kindheit der Tochter Ezra Pounds bei Bauern in Gais u. v. a.

2001: Regie: Ivo Barnabò Micheli; Darsteller: Ulrike Lasta, Peter Mitterrutzner, Toni Taschler u. a.; Farbe; 116 Min.; deutsch

 

 

Freitag, 2. Oktober 2015

Europäische Kultur im Porträt | Ritratti di cultura europea

 

 

18:00 Uhr

Filmvorführung: Cesare Zavattini: "Sprechen wir viel von mir". Filmporträt des italienischen Drehbuchautors Cesare Zavattini (1902–1989). Anhand von Interviews und Filmausschnitten veranschaulicht der Film das italienische Nachkriegskino der 1950er-Jahre und Zavattinis Zusammenarbeit mit bedeutenden Regisseuren des Neorealismus wie Vittorio De Sica und Roberto Rossellini.

1972: Regie: Ivo Barnabò Micheli; s/w; 40 Min.; deutsch

 

18:45 Uhr

Gesprächsrunde mit Wilfried Reichart (ehem. Redakteur beim WDR),Ali Reza Movahed (Kameramann bei vielen Filmen Ivo B. Michelis), Martin Kaufmann (Gründer des Filmclub Bozen)

 

20:00 Uhr

Filmvorführung: Im Visier: Die letzten Tage der Menschheit. Ein Film über Karl Kraus, den Krieg und die Journalisten. Dokumentarfilm über Luca Ronconis Inszenierung von Karl Kraus' Tragödie „Die letzten Tage der Menschheit“ in den Fiat-Hallen von Turin 1990. Ausschnitten aus Ronconis Fassung werden ergänzende Theaterszenen, Interviews und ein Kurzporträt von Karl Kraus anbeigestellt. Die von Kraus thematisierte Eigendynamik der Kriegsberichterstattung vergleicht Micheli mit Nachrichten über den Golfkrieg von 1990/91.

1992: Regie: Ivo Barnabò Micheli; Farbe und s/w; 58 Min.; deutsch

 

21:15 Uhr

Filmvorführung: George Tabori: Mein Kampf. Filmnotizen zum gleichnamigen Bühnenstück. Dokumentarfilm über die Inszenierung von George Taboris Groteske „Mein Kampf“ am Stadttheater Bruneck. Interviews mit Tabori, der Verlegerin Maria Sommer und dem Theaterregisseur Guido Huonder vertiefen Inhalte des 1987 uraufgeführten Stücks sowie Taboris Arbeitsweise vor dem Hintergrund persönlich erlebter NS-Verfolgung.

2001: Regie: Ivo Barnabò Micheli; Darsteller: Alexander Kratzer, Ulrike Lasta u. a.; Farbe und s/w; 60 Min.; deutsch

 

 

 

Samstag, 3. Oktober 2015

Verdrängte Wahrheiten sichtbar machen | Scoprire le verità scomode

 

 

11:00 Uhr

Filmvorführung im Weinkeller Mair: Eingeklemmt. Notizen für einen Film über Norbert C. Kaser.

Porträt des Südtiroler Schriftstellers Norbert C. Kaser (1947–1978). Anhand von Zeitzeugeninterviews, Originaltexten Kasers und Archivaufnahmen wird das Leben des früh verstorbenen Außenseiters und Gesellschaftskritikers nachgezeichnet.

1984: Regie: Ivo Barnabò Micheli; Darsteller: Andrea Emeri; Farbe; 43 Min.; deutsch

 

17:00 Uhr

Filmvorführung im Sparkassensaal Schloss Bruneck: Ich, Giordano Bruno. 17. Februar 1600. Kurzporträt des katholischen Priesters und Philosophen Giordano Bruno (1548–1600), der in Rom als Ketzer auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Nachgestellte Szenen zeigen Brunos letzte Lebensjahre in Kerkerhaft. Seine Vorstellungen einer pantheistischen Welt werden in fiktiven Monologen präsentiert.

2000: Regie: Ivo Barnabò Micheli; Darsteller: Klaus Rainer; Farbe; 15 Min.; deutsch

 

17:15 Uhr

Filmvorführung im Sparkassensaal Schloss Bruneck: „Und sie bewegt sich doch!“ Der Prozess Galileo Galilei. Szenisch inszenierte Geschichtsdokumentation. Ein deutscher Drehbuchautor reist nach Rom, um mit seiner Assistentin die Hintergründe des Inquisitionsprozesses gegen Galileo Galilei aus dem Jahr 1633 zu recherchieren. In die sich vertiefenden Nachforschungen werden nachgestellte Szenen des Prozesses eingestreut.

1989: Regie: Ivo Barnabò Micheli; Darsteller: Mario Adorf, Valentina Emeri u. a.; Farbe; 60 Min; deutsch

 

Einführendes Gespräch mit Valentina Emeri (Darstellerin im Film „Und sie bewegt sich doch!“)

 

20:00 Uhr

Filmvorführung: A futura memoria. Pier Paolo Pasolini. Preisgekröntes Porträt des italienischen Filmregisseurs Pier Paolo Pasolini (1922–1975). In Interviews kommen enge Weggefährten, hochrangige Kritiker und der als Mörder Pasolinis verurteilte Pino Pelosi zu Wort. Mit exemplarischen Vertiefungen in das Werk Pasolinis zeigt Micheli den skandalumwobenen Intellektuellen als tief schürfenden Analytiker der italienischen Nachkriegsgesellschaft.

1985: Regia: Ivo Barnabò Micheli; colori; 116 min; italiano

 

 

 

Sonntag, 4. Oktober 2015

Neuland erkunden | Terre incognite

 

 

18:00 Uhr

Filmvorführung: Eritrea. Teil 1 der zweiteiligen Reportage über die gesellschaftliche Situation in Eritrea während des Unabhängigkeitskampfes gegen die äthiopische Zentralregierung. Das Filmteam bereist die von der Eritreischen Volksbefreiungsfront (EPLF) kontrollierten Gebiete. Neben den historischen Hintergründen und den Motiven der Kämpfer werden die Initiativen der marxistischen EPLF im Bereich der betrieblichen Organisation und der Schulbildung als Errungenschaften präsentiert.

1978: Regia: Ivo Barnabò Micheli; colori; 45 min; italiano

 

19:00 Uhr

Filmvorführung: Timbuktu oder Der Traum von einem Ziel. Poetisches Porträt der afrikanischen Stadt Timbuktu im heutigen Mali, die in Europa bis ins 19. Jahrhundert nur aus überlieferten Erzählungen bekannt war. Der Film spürt dem Doppelcharakter der Stadt nach, indem er Filmeindrücken von der Reiseroute literarische Beschreibungen des immaginierten Sehnsuchtsorts Timbuktu gegenüberstellt.

1996: Regie: Ivo Barnabò Micheli; Farbe; 28 Min.; deutsch

 

20:00 Uhr

Filmvorführung: Mila 23. C'era una volta il Danubio. Poetische Reisereportage entlang der Donau von der Quelle bis zur Mündung. An den Haltestationen sammelt Micheli ortsbezogene Geschichten von Passanten und Prominenten, die er teils als Interviews, teils in Form von Schauspielinszenierungen wiedergibt. Die inszenierte Schiffsfahrt der namenlosen „Frau in Schwarz“ verbindet die einzelnen Episoden zu einer Reise in einen historisch gewachsenen Kulturraum, in dem die Grenzen zwischen Wahrheit und Mythos verschwimmen.

1997: Regia: Ivo Barnabò Micheli; colori e b/n; 122 min; italiano

 

 

 

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