Kindsmord
„WTF?! Diese junge Frau badete ihre zehn Tage alte Tochter... Du wirst nicht fassen können, was dann passiert ist!“
Wien, Graz, Klagenfurt, Bruneck... Beruhend auf einem wahren Fall hat Peter Turrinis 1973 uraufgeführter Monolog „Kindsmord“ nichts an Brisanz, Radikalität und Poesie eingebüßt:
Eine junge Frau steht vor dem Gericht einer immer noch patriarchalisch strukturierten Gesellschaft und einer Welt der medial vermittelten Bilder, auf deren Wahrheitsgehalt sich niemand mehr verlassen kann. Eine Welt, die für einen schnellen K(l)ick gierig jedes Opfer ausschlachtet. Eine Welt, die für das letzte soziale Tabu kein anderes Zeichen hat, als die „Sinnesverwirrung“ – falls die Gründe für eine solche Tat überhaupt noch interessieren.
Immer wieder unterbrochen von den Kommentaren eines gesichtslosen Richters, bevormundenden Vaters und gefühllosen Ex-Partners, kämpft die Täterin um Selbstbestimmung und Gerechtigkeit in dem Bewusstsein, dass es kein richtiges Leben im falschen gibt.
Nicht der damals 30jährige Autor stellt die junge Frau unter Anklage. Er versucht, Licht in das Dunkel einer möglicherweise symptomatischen Seele zu bringen, jenseits der Wunschvorstellungen und Rollenklischees. Er stellt die unangenehmen Fragen, die gestellt werden müssen und gibt der Täterin Raum, sich zu erklären, verleiht ihre eine eigene Stimme: „Warum kann ich nicht sein, was ich sein will?“
Regisseur und Bühnenbildner Patrick Steinwidder („Heilig Abend“) adaptiert seine von der Kritik gelobte Londoner Inszenierung für das Stadttheater Bruneck neu in deutscher Sprache.
„Eine beeindruckende Bühnenlösung, optisch und spielerisch im doppelten Wortsinn aufregend.“ (Peter Turrini)
Mit Violeta Maleo
Regie und Ausstattung Patrick Steinwidder | Licht Jan Gasperi | Theaterfotografie silbersalz – Caroline Renzler
Premiere am FR 10. April 2026 – Beginn 20 Uhr
Weitere Aufführungen am 15.|17.|19.|22.|23.|25.|26. April 2026
Beginn 20 Uhr, sonntags 18 Uhr
Der ONLINE-Kartenvorverkauf beginnt demnächst.


